So

02

Feb

2014

Zigeuner

Weiß nicht jemand eine Arbeit? In Hamburg, in Lüneburg, oder irgendwo dort in der Nähe? Es wird dringend Zeit für einen Wohnortwechsel. Jetzt war ich doch schon drei Jahre lang hier. Drei Jahre lang konnte ich dem Drachen beim Feuer spucken zusehen, neue Kohlgerichte kennen lernen, in Meldorf am Deich spazieren, frische Krabben kosten, Windräder zählen und Schafe, Plattdeutsch hören, mich über den schneidenden Nordseewind beschweren. Nun soll es weiter gehen. Wo anders hin. Hier will ich nicht bleiben, will hier nicht alt werden, spüre die Unruhe. Neues sehen! Wenigstens ein Stück weiter gehen! Weiter, immer weiter! Anders, immer anders! Immer neu!

0 Kommentare

Mo

04

Nov

2013

Trugbilder

Wenn Du Theater spielst kannst Du alles sein. Alt, jung, vornehm, zickig, mutig, nuttig, lasziv, witzig, frech, verlangsamt, verwirrt, verzweifelt, hinterhältig, hässlich, herzlich, liebevoll, liebestoll, tollwütig, nur wütig ohne toll, voll, voll daneben, verbindlich, fragil, frigide, infantil und undurchschaubar.

Jeder sieht Dich und doch sieht Dich keiner. Und manchmal ist das ganz gut so.

Das allein ist schon ein Grund, Theater zu spielen, ganz zu schweigen von der Hormonausschüttung, dem sportlichen Anteil, den Bling-Bling-Kostümen und dem Applaus.

Und deshalb habe ich es auch diesen Herbst wieder getan und als histrionisch-narzistisch angehauchte Alte meine Umgebung tyrannisiert -auf der Bühne, versteht sich. Im wahren Leben war ich wie immer, also durch und durch liebenswert... Denn es ist ja alles nur Lug und Trug auf den Brettern, die die Welt bedeuten.

Am Ende bin ich allerdings selbst Opfer eines Trugbilds geworden. Bei unserem Stück spielt nämlich auch das Publikum mit. Es rätselt und lacht und gibt Tips und tanzt -und für einen Moment dachte ich, eines der tanzenden Paare wären Papa und Hedi. Da hat mein Herz einen freudigen Sprung gemacht, nur für einen Moment, so lang bis ich bemerkte, dass ich mich getäuscht hatte.

Was solls. Man soll eben nicht denken auf der Bühne. Man soll einfach spielen. Spielen, spielen, spielen...

0 Kommentare

Di

08

Okt

2013

Marmelade

Ich lebe noch!

Aber ich bin sehr beschäftigt. Ständig bin ich unterwegs. Bei Theater, Töpfern, Kochen mit Freunden, zwischendurch in Kiel, Hamburg, Lüneburg, unlängst in Rom, im Sommer auch mal in Wien und Prag und Pellworm, natürlich... Ich bekomme Besuch -juchhe!- und versende kleine Päckchen, versuche zwischendrin meine Wohnung vor dem Untergang zu bewahren, bin mit dem Kinderschutz-Zentrum umgezogen, bewerbe mich fleißig, plane meinen eigenen, privaten Umzug und -ganz wichtig- koche fleißig Marmelade, unzählbare Sorten, wilde Kreationen von Pflaume-Brombeer-Johannisbeer-Rotwein, Rhabarber-Kiwi oder Erdbeer-Banane, Mirabelle-Aperol und derlei mehr. Es ist als wäre das Einkochen von Marmelade ein kleiner, privater Hafen, ein Heimkommen und Runterkommen in all dem Hin- und Her und Auf- und Ab. Die kleinen Gläschen selbstgemachten Glücks finden dankbare Abnehmer -und wer etwas abhaben möchte darf sich gerne melden. Wie schon gesagt, ich versende auch Päckchen...

2 Kommentare

Mi

10

Apr

2013

Sachen

Mit Sachen ist es so eine Sache. Eigentlich, wenn ich ganz ehrlich bin, dann habe ich zu viel zu viele, Sachen, meine ich. Meine Wohnung ist miniklein und der Platz ist beschränkt. Manchmal komme ich mir vor, als müsste ich gleich ersticken vor lauter Sachen. Überall Sachen. Auf dem Boden, an den Wänden, in Schränken und Regalen, bis unter die Decke -und dazwischen eingebaut bin ich. Ich will nur noch schreien "Sie müssen raus! Die Sachen müssen raus!" Sie sind aber alle so schön, meine Bücher und Kleider und Tupperschüsseln und selbstgetöpferte Schälchen und Kerzenständer und Bastelsachen und Schreibutensilien... Und manche Sachen, die brauch ich auch einfach. Ohne Laptop, Foto, Speicherplatten, Nähmaschine, Theatertext, Flöte samt Noten, all meine Stoffe, Knöpfe, Perlen und Kochbücher würde ich mich um einige Möglichkeiten ärmer fühlen. Aber da ist auch so viel, das brauch ich eigentlich nicht. Diesen Kronleuchter, zum Beispiel, in dem noch nie eine Kerze steckte, die Bücher, die ich angefangen habe, aber die mir dann doch zu anstrengend waren, Geschenke, die lieb gemeint aber irgendwie nicht so mein Geschmack sind. Und es wird immer mehr! Entweder weil ich -dumm wie ich bin- selbst etwas kaufe oder weil ein lieber Mensch mir eine Freude machen will und mir etwas schenkt. Und ja, es ist auch wirklich wunderschön, ein Geschenk oder Paket zu bekommen! Aber was mach ich mit den Sachen, die darin verpackt sind? Wo sollen die nur hin?

Ich habe einen Entschluss gefasst. Ein paar Sachen müssen weg. Aber welche? Und wohin?

Habt ihr Wünsche? Bitte äußert sie! Vielleicht findet ja etwas von meinen Sachen ein neues Zuhause bei euch?

0 Kommentare

Mo

18

Mär

2013

Zwischenstand

Ich glaube, abgenommen hab ich nicht. Oder nicht viel. Genau lässt sich das nicht erörtern, denn zum Glück besitze ich keine Waage. Dafür aber nach wie vor einige Hosen, die nicht so recht passen wollen.

Ob das nun am Fastenbrechen in Barcelona (leckere Stadt!) liegt, oder daran, dass Sushi erlaubt ist (genauso wie Gorgonzola, Oliven, Pasta und mehr), weiß ich nicht.

Vermissen tue ich erstaunlicherweise nicht den Zucker (gelobt sei Stevia!) sondern das Fleisch. FLEISCH, Fleisch, Fleisch! Ok, als Vegetarier bin ich voll der Versager -ich träume schon von vietnamesischer Suppe mit Rindfleisch und Steak, was innen noch so n bißchen blutig ist... Jummie! Ich habe mir aber vorgenommen auch nach Ostern meinen Gemüsekonsum beizubehalten und nicht zu viel Fleisch zu essen und Zucker nur zu Ausnahmesituationen (Geburtstagspartys, Jubiläen, Felix' Mamas Kuchenpakete, meine Tage...) und dann noch das weiße Mehl zu reduzieren.

 

 

 

Ich muss mal meinen Stil verbessern. Zu viele Klammern. Ansonsten gehts mir aber gut (abgesehen von dauerkrank). Am Wochenende folgt Fastenbrechen Nummer zwei. Wir fahren zu Felix' Familie und sind dort auf Konfirmation eingeladen -da will ich mich mal schön unauffällig benehmen. Brav alles essen, was kommt. Einschließlich Lamm und Kuchen. Es wird mir furchtbar schwer fallen aber dieses Opfer werd' ich wohl bringen. (-;

0 Kommentare

Mo

18

Feb

2013

höchste Zeit

Offenbar kommt mein Fasten-Selbstversuch gerade rechtzeitig. Heute nahm mich unsere Töpferkursleiterin zur Seite, um zu fragen, ob denn ein Baby unterwegs sei. Nein, ist es nicht! Ich bin nur einfach dick geworden! Liebesspeck. Fünf Kilo in Fünf Monaten. Liebe geht durch den Magen und landet auf den Hüften -jedenfalls bei mir. Und darum ist es ganz gut, nun erst mal keinen Zucker, kein Fleisch und keinen Alkohol zu essen. Das werd ich schon aushalten. Sushi ist ja trotzdem erlaubt. Bei genauer Betrachtung ist ganz schön viel erlaubt, was nicht gerade figurfreundlich ist. Käse, zum Beispiel, Butter, Pommes, Chips, alles erlaubt. Mit katholischem Fasten abzunehmen ist wohl kein guter Plan. Daher versuche ich viel Obst und Gemüse zu essen und zum satt werden Vollkornbrot. Mein Magendarmtrakt findet das gar nicht witzig. Er wehrt sich gegen die gesunde Kost. Mit Schrecken denke ich an Papas Schicksal: Jetzt bitte nicht auch noch ne Glutenintoleranz...

2 Kommentare

Mo

04

Feb

2013

immernoch Mistwetter...

Es gibt nicht viel Neues. Oder eigentlich schon. In unserer Theatergruppe gab es das erste Baby und das zweite ist unterwegs. Es wurde viel gefeiert. Sylvester in Dänemark. Schrottjulklapp nach den Weihnachtsferien. Weihnachtsfeier im Januar. Irish Folk Konzert. Unendlich viel essengehen (ich liebe das doppelte Sushilaufband im JamJam!) Diverse Geburtstage. Unter anderem Mircos 30ster. Im rosa Kleidchen durfte er so lange Kronkorken fegen bis eine Jungfrau ihn freiküsste. Wie schon öfter erwähnt: komische Bräuche haben die hier im Norden.

 

2013 wird, so alles läuft wie es soll, ein einziges großes Fest.

7 Urlaube in 7 verschiedenen Ländern. Omas 90ster Geburtstag. Fasching in Franken. Viele Freunde besuchen. Segeln lernen. Tages-Trips. Dazwischen Kultur. Fotoausstellungen, Museen, Theater, Töpfern. Und ab Aschermittwoch startet mein Selbstversuch "Fasten als wär' ich katholisch". Davon werde ich dann regelmäßig (fest vorgenommen!) hier berichten.

Doch jetzt heißt es erst einmal: Sachen packen und ab in den Süden!

1 Kommentare

Fr

07

Dez

2012

keine Lust mehr

Ihr Lieben!

Wie Ihr merkt melde ich mich immer seltener... am Ende des Jahres ist mir gehörig die Puste ausgegangen. Ich bin fast ständig krank, fühle mich erschöpft und weil ich nicht so kann wie ich gerne würde vereinsame ich zunehmend. Ich habe keine Lust mehr auf Winter, Kälte und Blasenentzündung. Zudem habe ich Liebeskummer -und auch darauf habe ich keine Lust mehr. Ich hatte so viel Liebeskummer in meinem Leben, das reicht eigentlich für drei. Ich will bei Felix so gerne ankommen und mit ihm glücklich sein, aber das ist schwerer als gedacht. Drückt uns die Daumen...

Ich wünsche euch allen eine schöne Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr (falls wir uns bis dahin nicht mehr hören)!

Linnea

2 Kommentare

Sa

20

Okt

2012

Vorpremierenphase

Ich klebe und stinke, meine Wohnung ist ein Feuchtbiotop ohne feucht. Putzen oder Badetag –Fehlanzeige. Meine Nachbarn wissen schon nicht mehr, wie ich aussehe. Die Nächte sind kurz, die Arbeitstage scheinbar umso länger. Trotzdem summieren sich die Minusstunden. Ich bin urlaubsreif, zwei Wochen, nachdem ich aus dem Urlaub zurück bin. Meine Klamotten trägt jemand anderes, ständig futtere ich Süßkram, Fertigprodukte, sonstigen Mist. Frieren im Stadttheater. Nass werden auf dem Weg dorthin. Wenn ich mal zuhause bin schnell die Fotos durchsehen, sich Gedanken über Requisite machen, unruhig träumen: Und wenn sie nun alle den Text vergessen?

Selbst eine junge Liebe muss sich gedulden wenn das Theaterfieber mich befällt. Nichts geht mehr. Die Welt ist nun begrenzt auf einen Kosmos voller ebenfalls Erkrankter.

Ein Leben ohne Theater ist möglich, aber sinnlos.

0 Kommentare

Sa

06

Okt

2012

Personenbeschreibung

Ich weiß nicht, wie groß er ist, vielleicht etwas größer als ich. Er sagt, 1,76m, aber ich sage, das ist gelogen.

Ich weiß auch nicht, wie man seine Haare beschreiben soll, außer so: Ich will sie wuscheln und streicheln, ständig, weil sie so weich sind und zart und angenehm zu spüren, diese dunklen, kurzen Locken.

Seine braunen Augen gucken grundsätzlich treu und verstecken sich hinter einer mutigen rot-schwarzen Brille, auf dass der Betrachterin die ausgesprochene Schönheit dieser Augen und die Funken von Frechsein nicht sofort auffallen.

Immerzu scheint ein leises Lächeln seine Lippen zu umspielen und kleine Fältchen auf seine Wangen zu zaubern, außer es geht um die Gerechtigkeit, dann verschwindet das Lächeln, es kommen ganz ernste Falten auf die Stirn und die buschigen Augenbrauen ziehen sich zusammen.

Wenn ihr mich fragt, was diesen Mann für mich so anziehend macht, neben seiner Intelligenz, seinem feinen Humor und seiner Elloquenz, ja dann ist es vor allem die Art, wie er da sein kann, dieses Selbstverständnis, das weit entfernt von Arroganz ist und doch ein gesundes Selbstvertrauen ausstrahlt. Dieser Mann ist, trotz aller Weichheit und Wärme, trotz Fürsorge, Achtsamkeit und Zärtlichkeit, stark.

 

Wie hätte ich mich nicht in diesen Mann verlieben können? Und welch unendliches Glück ich hatte, dass er sich auch in mich verliebt hat!

Ich kann das noch immer nicht fassen. Auch wenn wir nun schon fast einen Monat zusammen sind, ist es immer noch nicht ganz real. Man kann doch nicht wirklich so glücklich sein, oder? Liebe kann doch nicht wirklich so ganz und gar schön sein, oder?

 

Wenn ihr Pech habt schreibe ich von nun an bis an mein Lebensende nur noch schnulzige Blog-Einträge von Wolke 7...

1 Kommentare

Di

18

Sep

2012

Gefunden

Für manche Dinge muss man reif sein. So wie für guten Whiskey. Damit kann man auch nichts anfangen, wenn man jünger ist.

Und wenn man dann reif ist, dann geht es manchmal ganz schnell. Plötzlich isst man freiwillig Vollkornprodukte, geht spazieren oder tut sonstige Dinge, die früher unvorstellbar waren. Es kommt von einem auf den anderen Tag. Du bist reif, die Zeit ist reif, was auch immer.

 

Hm.

 

Nach einem turbulenten, vollgestopften, irren, wunderbaren Sommer kommt nun ein Herbst. Dieser Herbst wird schön werden, denn die Zeit war reif und ich vielleicht auch. Jedenfalls... sie hat mich gefunden, die Liebe. Ich bin glücklich. So glücklich. Unglaublich, wie glücklich ich sein kann!

2 Kommentare

Sa

01

Sep

2012

Scheiß Emanzipation!

Ein wenig nettes Seminar gewann an Wert durch gute Abseits-Gespräche und die Erkenntnis, dass auch andre tolle Frauen so ihre Probleme mit der Männerwelt haben. Wir haben offenbar die Herren so nachhaltig verwirrt durch unser groß und stark sein, dass sie es nicht mehr für nötig halten um uns zu werben, uns ihre Nummern zu geben und uns zu sagen und zu zeigen wie begehrenswert und toll wir sind.

Es fühlt sich aber garnicht richtig an, wenn ich den ersten Schritt mache und nach einer email-Adresse frage (weil ich für die direkte Frage nach der Nummer dann doch zu schüchtern bin. Ja, auch ich habe, wenn auch geringe schüchterne Anteile).

Hallo, ich trage gern 50er Jahre Kleider, mein größter Traum ist eine eigene Spülmaschine und ich will bitte einen Mann, der mich anflirtet, ausführt und bei romantischem Mondschein innig küsst...

Scheiß Emanzipation.

0 Kommentare

So

12

Aug

2012

nicht stehen bleiben

Es geht ganz viel. Es geht sogar mehr. Ich hab mehr Kraft als ich mir denke. Ich bleib nicht stehn. Renne vorweg und wenn die Luft ausgeht, dann atme ich.

Kopf voran in den Sommer springen, Musik hören, kurze Kleidchen tragen. Oder kürzere. Spontane Grillparty in Freundesgarten. Lachende Gesichter und wieder Musik. Schnell noch ein Fotoshooting und dann den Text einsagen. "Hallo, was fühlst Du? Wo ist Dein Motiv?" Oh ja, ich kann das, ich will das, ich will immer mehr davon. Leben. Bloß nicht zu kleine Portionen. Zwischendrin nicht essen vor lauter viel zu viel zu tun. Sommerfrucht in Marmeladengläsern, Nähprojekte, Küchenkram. Auf dem Heider Stadtfest tanzen. Gar nicht flirten. Ist niemand da. Ganz viel reden und dann doch nicht. An Menschen denken, lächeln dabei. Manchmal auch weinen oder schlafen, letztlich leben, jeden Atemzug.

0 Kommentare

Fr

10

Aug

2012

Haushalt

Ich hab vor drei Wochen das letzte Mal geputzt. Ewig nicht gespült. Kaum gesaugt. Selten gewaschen. Die Dinge stapeln sich. Überall Chaos.

Da sind ungeschriebene Therapieanträge. Ungelesene Fachliteratur.

Ich kann nicht gut hier sein. Laufe vor mir selbst davon. Füll mich an mit Schönem, um nicht voll zu sein mit mir. Nicht auf die Idee kommen, nicht gewollt zu sein. Sich ablenken, lachen, weg gehen, Dinge unternehmen, Menschen treffen, reden, zuhören, Erlebnisse teilen, viel Kunst. Musik, Gedichte, Theater. Dann plötzlich trifft es mich doch, mitten in der Teambesprechung.

Es gibt keinen einzigen Menschen auf der Welt, der zu Dir so wie Du bist ganz und gar ja sagt.

Ich sitze mit randvollen Augen -und weine nicht. Niemand merkt etwas von meinen Zweifeln an der Liebe, an mir und dem Sinn des Lebens.

 

Gestern hab ich geweint, im Bus von Pellworm Richtung Heide. Wie oft hab ich in diesem Bus schon geweint? Wie oft hab ich in diesem Bus geweint weil ich voll war von Verzweiflung oder Angst, Hoffnungslosigkeit oder Einsamkeit, Verletzung, Schmerz und Verlust? Wie oft hab ich geweint, weil ich nicht wusste, wie weiter und wo hin? Aber gestern weinte ich vor Freude, aus purem Glück und Dankbarkeit für dieses wunderbare, randvolle, pralle Leben.

 

Das war gestern. Heute bin ich wieder allein, müde, tausend Dinge zu tun, kriege nichts hin, habe niemanden der mir hilft und keiner geht ans Telefon. Vor lauter Verzweiflung (und um nicht arbeiten zu müssen) habe ich ein Märchen geschrieben.

Man kann sagen, was man will, meine emotionale Instabilität war schon immer gut für die Kunst.

0 Kommentare

Di

07

Aug

2012

in den Wipfeln

Ich hing über allen Dingen, ganz oben, in den Wipfeln. Um mich lichtes Grün und Sonne. Es war so schön, nicht leicht aber schön. Ich traumtanzte auf schwankenden Stegen, gehalten von dünnen Seilen, die doch so fest schienen. Sich fallen lassen, nicht verkrampfen, mutig sein. Ich scheiterte an Pfad 6, verfing mich im Netz, hatte nicht die Kraft zu kämpfen, musste herabklettern -und das schon war schwer genug. Versagt. Es kam viel Regen, Nässe, Kälte. Alle Pfade schienen glitschig, meine Arme unendlich kraftlos, aber ich wollte nicht aufgeben. Noch einmal nach oben, neuer Pfad, neues Glück, langsam jetzt, zwischendurch allein sitzen, die Höhe genießen, dann wieder sich durchkämpfen, Zähne zusammenbeißen, Kratzer hinnehmen. Ich wollte es schaffen. Ich habs auch geschafft.

Als ich wieder auf festem Boden stand, sicher auf der Erde, war ich voller Schrammen, Dreck und blauer Flecken. Morgen werd ich Muskelkater haben.

Alles wird heilen.

Ich würd es jederzeit wieder tun.

0 Kommentare

Mo

06

Aug

2012

Lebensmittel

Mein Kühlschrank ist voller vergammelter Lebensmittel. Ich hab sie vernachlässigt und sonst hat es keinen interessiert.

 

In meinem Herzen gammelt Liebe, setzt Schimmel an. Auch um sie hat sich niemand geschert. Vermutlich einschließlich mir nicht.

 

Was für eine Verschwendung von Ressourcen.

0 Kommentare

Di

24

Jul

2012

Liebe und so

Seit heute hab ich keinen Liebsten mehr. Ich habe gestern mein Herz zurückgefordert und es hat -tatsächlich- geklappt. Ich denke nicht mehr "Liebster". Ich schwebe haltlos in einem Strudel verschiedenster Gefühle. Traurigkeit über Ilses Tod, Verliebtheit in einen der mich nicht möchte, Interesse, das welche an mir haben und ich nicht an ihnen, Wut auf diverseste Menschen und Sachstände, Angst vor niemals mehr einen Liebsten finden. Aber, ja, es ist gut zu wissen, dass es wieder geht, dass es wieder geht, mich zu verlieben. Es hat weiß Gott lange genug gedauert. Und hier ist es wieder, dieses mein Herz. Es pocht, ungewohnt schwer, in meiner Brust.

Hallo Liebe, finde mich!

0 Kommentare

Mi

18

Jul

2012

Ab ins Mittelalter!

Am Wochenende war Heider Marktfriede. Ich denke, ich habe schon vor zwei Jahren von diesem "Event" berichtet, bei dem sich Heide glücklich in ein Mittelalter beamt in dem es Plastikflaggen und Nebelmaschinen gibt und den vermutlich teuersten Met des gesamten dunklen Zeitalters.

Dieses Jahr war ich voll dabei. Selbstgenähtes Kleid an, Met eingepackt, Lächeln aufgesetzt -schwuuups- Zeitreise. Tanzen, Markt schlendern, ein wenig einkaufen, ganz viel essen, vom Feuer geräuchert werden, ein bißchen flirten... ach, war das schön. Sogar der Himmel war uns wohlgesonnen. Fast kein Regen. Tatsächlich ein Hauch von Juli.

 

Und wie verbringt ihr so euren Sommer?

0 Kommentare

Mi

11

Jul

2012

Nordelbien

Wenn ich bedenke, dass ich in Nordelbien wohne -wie das klingt! Da hat man schon die wallenden Haare und spitzen Ohren der athlethischen Nordelben vor Augen, die weiten Wälder und grünsten grünen Wiesen des wunderschönen Nordelbiens-, dann lässt sich so einiges leichter ertragen. Unter Zauberwesen braucht man wohl kein Internet. Man kann auch 345 Tage im Jahr Regen tapfer aushalten -Legolas hätte sich darüber schließlich auch nicht beschwert! Dass ich in einem winzigen Etwas wohne, in dem Dank Räumung meines Büros sich nun noch mehr Fachbücher stapeln -wen störts? Wie ein Waldläufer halte ich mich ohnehin kaum zuhause auf... Schließlich müssen die unendlichen weiten Nordelbiens ergründet werden. Das ich dabei viel zu viel Arbeitszeit an nun auch noch drei verschiedenen Arbeitsstellen und -orten verbringe ist sicher viel leichter als Bogen zu schießen oder durch den Wald zu rennen. Also kann ich alles in allem festhalten -mir geht es ganz wundervoll in Nordelbien. Mein vom Sonnenbrand rot gefärbter weißer Teint (ja, wenn einmal die Sonne scheint verbrennt sich der sonst vornehm blasse Nordelbe) war schon immer dafür vorgesehen, hier zu leben. Da macht es auch überhaupt gar nichts, dass sich meine Ausbildung wider Erwarten in die Länge ziehen wird.

In diesem Sinne, beste Grüße aus Nordelbien!

Linnea

1 Kommentare

Fr

01

Jun

2012

Urlaub!

Ich war zuhause, in Berlin und in Dresden und es war überall wunderschön. Ich konnte liebe Menschen treffen, die unterschiedlichen Landschaften genießen und ordentlich Kultur tanken. Die Sonne schien durchgängig, es war warm und sommerlich. Ich hatte gute Laune und erstaunlich viel Energie. Bis in die Nacht feiern in Kreuzberg war ebensowenig ein Problem wie drei Stunden konzentriertes Lauschen in der Semperoper. Powershopping und Stadtspaziergänge, Museumsbesuche und Currywursttest, alles hatte seinen Platz.

 

Dann kam ich "heim". es regnete, war kalt und grau. Meine Wohnung roch komisch. Die Petersilie war eingegangen und der Oregano hatte Läuse. Niemand hieß mich willkommen und ich musste meinen Koffer allein die Treppen hoch schleppen.

 

Und dann hab ich tief durchgeatmet, mir Spaghetti gemacht, mein Bett frisch bezogen, ein paar Leute angerufen.

 

Jetzt hab ich schon einen Tag gearbeitet, hab an jedem Tag des Wochenendes etwas vor, tatsächlich gibt es ein paar Sonnenstrahlen. Und ja, das Leben ist gut so. Aber der Urlaub, der hat mir echt gut getan. War schön. Nun wieder auf in den Alltag.

1 Kommentare

Di

24

Apr

2012

Frühling im Norden

Frühling im Norden, das heißt singende Zimmermänner, die zu Fuß oder mit halb zerfallenem VW Bus in der Innenstadt anzutreffen sind, singende Vögel am späten Abend, eine singende Theatergruppe, die die hohen Töne nur unter Zuhilfenahme von Sekt auf sich nimmt und zum Leidwesen meiner Nachbarn auch singende Linnea... Der Frühling steckt einfach voller Lieder! Voller Frühlingsweisen, Vogelgezwitscher, Folksongs, Wanderlieder, "Pack die Badehose ein"-Vorfreude auf den Sommer-Lieder und gute-Laune-Geträller. Und was singt ihr so?

2 Kommentare

So

18

Mär

2012

Was ich alles schon gemacht habe

Flöte spielen, Sopranino bis Bass, Fagott spielen, Orchester, Quartett, Quintett, Sextett, in diversen Chören singen, Handball, Judo, Ju-Jutsu, Tanzen (Standart, schottisch, norddeutsche Folklore), Theater, schreiben, dichten, töpfern, Seidenmalen, Öl malen, Wände anmalen, Schwedisch, Englisch und Latein lernen (ok, letzteres nur gezwungenermaßen), Kochkurs, nähen, Fitnessstudio, fotografieren, draußen spielen, Haustiere haben, in einem Kurzfilm spielen, ganz viel Feuerwehr, Tagebuch schreiben, Schulgarten, musikalische Früherziehung, Kinderturnen, batiken, Diät, Brieffreundschaften, reisen, kochen, beten, Zeltlager, Zeltlagerüberfälle, kritische Diskussionen führen, Abende draußen mit Wein am Main, regelmäßig schwimmen gehen, Party, ... und 500 Dinge mehr, die mir auf die schnelle nicht einfallen.

 

Und was mach ich jetzt?

 

Hm.

 

Arbeiten.

 

Hm.

 

Lernen.

 

Hm.

 

Theater?

 

Hm.

 

Naja, manchmal auch kochen.

Gelegentlich töpfern.

 

Hm.

 

Laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangweilig!

 

Ich schwanke zwischen den Extremen, einerseits froh und dankbar zu sein für alles, was ich erleben und ausprobieren durfte und andererseits total frustriert zu sein über meine derzeitige Lage. Dank Arbeit und Ausbildung hab ich allerdings gerade nicht so die Muße noch ein neues Hobby zu beginnen. Gestern war ich um 21 Uhr todmüde im Bett. Und das an einem Samstag! Aber vielleicht sind zwei Jobs plus Honorar-Job und dann noch die Ausbildung doch etwas viel... Wenn ich jedoch nicht so viel zu tun hätte wär mir vielleicht noch öfter noch langweiliger... Naja, irgendwas muss sich ändern... ich bin offen für Ideen...

0 Kommentare

So

04

Mär

2012

ehrliche Kontaktanzeige

Das mit Mirco ist nicht gut. Ich komm nicht von ihm los, aber er will nur spielen. Ich bin nicht für spielen, bei mir muss es immer gleich Liebe sein. Mein Herz hält diesen Mist nicht mehr länger aus. Was soll ich tun? Eigentlich ganz klar -ein neuer Mann muss her, einer, den zu lieben sich auch lohnt, weil er nämlich auch in Wahrheit toll ist und nicht nur in meiner rosa Wolke 7 Phantasie. Woher kriegt frau nun so einen Mann? Die Wahrscheinlichkeit, dass der mir in der Weltstadt Heide begegnet ist doch recht gering. Gefühlte 99,9% meiner Freundinnen sahen das Problem für sich so ähnlich und fanden ihren Partner übers Internet oder eine Kontaktanzeige in einer Zeitung. Ich möchte das nun auch mal probieren. Ich möchte eine Kontaktanzeige aufgeben. Nicht irgendeine, sondern eine ehrliche Kontaktanzeige im NEON. Dort schreibt man all seine Macken rein und Dinge, die einen potentiellen Partner abschrecken könnten. Wenn sich jemand trotzdem interessiert -ist er entweder doof oder es ist wahre Liebe. Soweit die Theorie. Nun zur Praxis. Die erste Schwierigkeit besteht darin, einen passenden Text zu verfassen. Dafür habe ich auch zehn Freunde um Hilfe gebeten. Ich habe sie aufgefordert, mich kurz zu charakterisieren. Von 10 Freunden antworteten immerhin 3. Das sagt ja auch schon etwas aus. Haben sich die anderen etwa nicht getraut? An Macken ist bis jetzt auch noch nicht so atemberaubend viel zusammengekommen, nur, dass ich chaotisch bin, Geburtstage vergesse, zu direkt bin und immerhin 2 von 3 finden mich verrückt. Naja. Sollten noch mehr Antworten eintreffen und ich in der Tat eine aussagekräftige Auflistung meiner komplexen Persönlichkeit zustande bringen, dann tritt Problem zwei inkraft. Wie überzeuge ich NEON, ausgerechnet meine Kontaktanzeige zu drucken? Bestimmt haben die Hunderte von Zuschriften pro Heft -davon drucken sie nur fünf... Leute, ich sags euch, das mit dem Richtigen ist echt komplzierter als nötig. Tolle Männer könnten doch auch einfach auf Bäumen wachsen. Hat frau mal Lust auf einen muss sie ihn dann nur pflücken. Aber nein, so einfach ist das ja nicht. Und jetzt sagt nicht, ihr lieben Herren der Schöpfung, ihr hättet es genauso schwer. Ich kenne jedemenge tolle Singlefrauen, die einfach so auf der Straße herumlaufen, Theater spielen, im Krankenhaus arbeiten... -und kein Mann kommt und sagt "Dich pflück ich jetzt!". Also, ich meine, so richtig, für immer, große Liebe und so. Oder sollte ich vielleicht endlich mal erwachsen werden? Ist das wirklich alles Quatsch mit der Liebe? Ehrlich?

1 Kommentare

Fr

24

Feb

2012

Fasching und andere Katastrophen

Fasching ist vorbei, und mit ihm die Verkleiderei. Dabei hat das mal wieder so viel Spaß gemacht. Ich war Mumie, Hexe und Teufel... gruselige Gestalt, alles in allem. Ach, ich wollte wohl nicht aus meiner Haut (-; Zu allem Überfluss war ich auch noch beteiligt an der Erlenbacher Faschings-Verschwörung. So bin ich -kaum bin ich da, gibts nen Skandal (-;

In Wahrheit war es natürlich alles halb so wild. Ich wollte mit einigen Damen auf den Weiberfasching in einer erlenbacher Lokalität gehen. Dort war man jedoch eher in einem Anti-Faschings-Rausch. Konfetti- und Auf-dem-Tisch-tanz-Verbot, schlechte Stimmung und fehlendes Essen... da sind wir halt weiter gezogen. Das fiel auf -immerhin waren wir eine Truppe von 11 Frauen und außerdem folgten einige unserem Beispiel, so dass die Party letztendlich wo anders stieg... bei einem verdutzten Wirt, der eigentlich gerade nachhause gehen wollte...

Aber so ist das Leben. Manchmal kommt alles anders, als man denkt... so wurde auch meine Faschingsplanung durcheinander gewirbelt und ich landete Sonntags nach einer durchtanzten Nacht auf dem Umzug in Seckmauern, wo das Wetter großes Kino fuhr. Von Regen, Schnee, Hagel bis zu Sonnenschein war alles dabei. Sogar ein bißchen Wind war geboten. Der Umzug selbst konnte sich auch sehen lassen. Leider fiel ein Zuschauer von den Boxen und war wohl ziemlich Matsch, was das ganze Spektakel etwas aufhielt -aber der Stimmung keinen Abbruch tat. Offenbar gilt auch an Fasching "Ein bißchen Verlust hat man immer". Ich verlor meine Feierwütigkeit am Abend auf der After Zug Party und war leider nur noch müde, so dass ich montags mit feiern aussetzte und lieber den Tag der eingeschläferten Hunde bedachte. Dienstag konnte ich dann wieder munter weiter feiern und ging zum Kreisumzug nach Mömlingen und anschließend zu Petra und Marieke. Marieke ist mit ihrem Baybauch tatsächlich etwas runder als ich, aber ich habe hier ganz schön zugelegt. Und auch sonst hab ich mich etwas verändert... was soll ich sagen... meine Haare... das reinste Desaster... dabei wollt ich nur etwas Neues ausprobieren... weil ich so gefrustet war von meinem Neurodermitisschub und diversen Wehwehchen, die mich als alte Frau erscheinen lassen...

Nun ist der Urlaub fast vorbei, was ich kaum glauben kann. So richtig erholt fühl ich mich nicht, obwohl ich so viel gefaulenzt habe wie in keinem Heimaturlaub je zuvor. Meine Vorfreude auf den Norden hält sich ehrlich gesagt in Grenzen. Auf meine Arbeit freu ich mich -aber sonst?

0 Kommentare

Di

14

Feb

2012

Urlaub, Stand bis jetzt

3 Stunden vor Omas Geburtstagsparty sah unser als Partyraum erwähltes Wohnzimmer noch aus, wie ein Staubmilbenzuchtreservat. Ich scheuchte Papa und Johnny mit Staubtüchern bewaffnet durch die Wohnung. "Ich muss aber nur da putzen wo man es sieht!" oder "Das bleibt jetzt da liegen!" begleiteten ihre Tätigkeit. "Das darf doch nicht wahr sein!" dachte ich. Wer hätte ernsthaft geglaubt, dass ich mal mehr Sinn für Ordnung entwickeln würde als mein penibler Papa.

Als Omas Geburtstagsfeier aber kam, wusste ich, weshalb er es nicht so wichtig fand, ob da nun noch Staubflocken waren oder nicht. Die wenigen Gäste waren nicht nur schwer gehfähig, sondern sicher auch halb blind. Einige waren verhindert, weil gerade im Krankenhaus oder bereits tot. Nun ja, das ist wohl so wenn man 89 wird.

Etwas lebendiger ging es am nächsten Tag zu. Mein Tantchen schenkte mir einen nackten Mann aus Schokolade (was soll mir das bloss sagen?), niemand packte mehr als 2 Knödel, der Hund aß auch Knödel, wir aßen überhaupt den ganzen Tag, Conny, Jens, Johnny und ich zogen Alex bei Schlag den Raab ab, Papa demonstrierte mit voll aufgedrehtem Hardrock dass er entweder noch nicht zum alten Eisen gehört oder das böse Wort mit M ihn heimgesucht hat. Alle hatten Spaß. Nur der Tatort war schlecht.

Gestern und heute habe ich letztlich bloß herumgefaulenzt. Und Valentinstagsfrust geschoben. Ich habe dann jedoch beschlossen, es wie Martin zu nehmen und statt Valentinstag 

Ystävänpäivä

zu feiern.

Daher: schön, dass es euch gibt!

0 Kommentare

Fr

10

Feb

2012

Internet

Ich habe in meiner neuen Wohnung noch immer kein Internet. Wäre das anders hätte ich euch sicher viel berichtet:

von der verzweifelten Suche nach einem Theaterstück mit nur einem Mann, vom "Die Mitte finden" beim Töpfern, von meiner Selbsterfahrungs-Aversion, von der Dildoparty, vom Ankämpfen gegen die Erkältung, von Westerland (hässlich!) und Wintereinbruch (schön!?), von neuen Kollegen und dem bereits umgesetzten Vorsatz, mehr zu kochen, von der Hölle und gemütlichen Cafes.

Naja. So eben nur eine Kurznachricht.

Die nächsten 14 Tage werde ich keine Gelegenheit haben, mich über fehlendes Netz aufzuregen. Da bin ich nämlich in der Heimat. Fasching in Unterfranken. Ich freu mich! Und Oma wird 89! Und Familienweihnachten! Das wird schön!

0 Kommentare

So

15

Jan

2012

Inte leckt

Ich weiß jetzt, warum ich nie, nie, nie einen Mann abbekommen werde. Didi hat mir in seiner unendlichen Weisheit und mit mindestens acht Bier intus Komplimente für meine Optik gemacht, nur um dann festzustellen "Aber weißt Du... Das Problem ist Dein Intellekt!" Aha. Didi erklärte netterweise auch, was denn nun genau das Problem an ebendiesem sei: "Männer wollen Frauen, die nachmittags auf der Couch sitzen und RTL 2 schauen. Und wenn der Mann dann Sex haben will dann diskutieren die auch nicht." Hm, ja. Ich denke, ich rede und ich will nicht 24 Stunden am Tag Sex. Und zu allem Überfluss habe ich nicht nur kein RTL 2, sondern gar kein Fernsehen. Und darum werde ich einsam sterben. Amen.

1 Kommentare

Fr

30

Dez

2011

Maria Magdalena

Ein Patient meinte, ich sähe aus wie Maria Magdalena. Das ist die Freundin von Jesus, wie er mir erläuterte. Wenn man tot ist kann man ein weißer Engel werden, wenn man ein guter Mensch war. Dann kommt man in den Himmel und dort sitzen Jesus und Maria Magdalena und halten Händchen. Und er sah mich mit großen Augen an und lächelte.

 

Ich fand das eine schöne Vorstellung. Ein Händchen haltender Jesus ist gleich sehr viel sympathischer als diese unnahbare Heilsgestalt, die sonst so präsentiert wird.

Hm.

Ich weiß nicht, ob ich überhaupt ein guter Mensch bin. Aber vielleicht finde ich auch ohne Maria Magdalena zu sein ja jemanden, der meine Hand nimmt, ganz in echt.

 

 

0 Kommentare

Do

15

Dez

2011

Weihnachten

Dieses Jahr kommt Weihnachten plötzlich und ich komme nicht hinterher mit Geschenke basteln oder kaufen, dekorieren, Plätzchen backen, überhaupt eine heimelige Wohnung haben, Karten schreiben... es ist als fehle mir mindestens ein ganzer Monat. Und zudem hab ich im Personalgespräch noch einen Rüffel bekommen weil meine Konzentration auf die Arbeit nachgelassen habe... was soll ich sagen... das Jahr ist am Ende und ich bin es irgendwie auch... aber es kommt ein neues Jahr und neuer Schwung für mich... alles geht weiter...

0 Kommentare

Sa

10

Dez

2011

kulinarische Offenbarungen

Manchmal hinterlässt man Spuren im Leben von Menschen, über die man sich gar nicht so bewusst ist. Man macht irgendwas, nichts besonderes, und ein Mensch fühlt sich dadurch für immer bereichert.

Ich habe das auch gemacht. Ich habe "Crumble" in Simones Leben gebracht. Und offenbar macht sie dies sehr glücklich. Ich bin froh, durch das Bestreuseln und im Backofen Erhitzen von Obst einen Menschen nachhaltig erfreut zu haben... und ich kam natürlich gleich ins Grübeln, was die kulinarischen Vermächtnisse in meinem Leben sind. Und -oh- da gibt es viele! Ich habe beschlossen, dieses Blog zu nutzen um einigen Menschen, die mir gerade so in den Sinn kommen (es gibt sicher noch viel mehr unglaublich inspirierende Köstlichkeiten-Zauberer in meinem Leben) für ihre kulinarischen Offenbarungen zu danken.

 

Danke Papa für die beste Weihnachtssuppe und Lendchen mit Zwiebeln.

Danke Petra für Pasta mit Steinpilzen und Parmesan, Rumtopf und unendlich viel mehr.

Danke Oma Maria für traumhafte Kuchen, vor allem Deine Erdbeertorte mit Vanillepudding ist unvergessen -und Deine Tomatensoße ist noch immer die beste, die ich je gegessen habe.

Danke Geli für Hühnerfrikasse mit Reis.

Danke Ilse für Donauwelle.

Danke Mama für griechischen Salat und vollwertigen Apfelkuchen.

Danke Tanja für Deine Kochpartys auf denen es einmal urleckere gegrillte Paprika gab.

Danke Werner für diesen französischen Kuchen, dessen Namen ich leider vergas.

Danke Matze für Gnocchi a la Matze.

Danke Kati für spanische Suppe.

Danke Jochens Mama für Grünkohl.

Danke Verena für süß-sauer eingelegte Zuchini.

Danke Pellworm für gefülltes Brot und Erdbeertraum.

Danke Ergo-Frank für Königsberger Klopse.

Danke Italien für lapprige, leckere, authentische Auf-die-Hand-Pizza.

Und last-but-not-least:

Danke Oma Hilde für die Erkenntnis, dass man nicht gern kochen muss, um ein wunderbarer Mensch zu sein.

0 Kommentare

So

04

Dez

2011

Telegramm

Umgezogen. Neue Wohnung schön. Aber Chaos. Viel Arbeit. Helden bringen Regal an und bauen Bett auf. Heizung kaputt. Hausmeister kein Held. Vermieter nett. Geld alle. Ich ko.

 

Leben schön.

3 Kommentare

Fr

25

Nov

2011

neu

Theateraufführungen und Zwischenprüfung erfolgreich hinter mich gebracht. Gut in den neuen Job gestartet.

Morgen nun der Umzug.

Alles neu.

Und ich will doch gar nicht alleine leben.

Ja, klar, es ist gut, das mal auszuprobieren. Man sollte wohl wissen, wie das ist. Aber ich habe Angst vor der Stille, vor der Einsamkeit. Und davor, dass all meine Sachen nicht in so ne minikleine Zweiraumwohnung passen. Ikea muss zaubern können, damit das was wird.

 

Und wer zaubert sich in mein Herz?

Irgendwie scheint das nicht mehr vorhanden, dieses Herz. Ist wohl in 1000 Stücke zerbröselt, zerfallen zu Staub. Weder der süße Pizzabäcker, der mir eine Herzpizza buk, noch der nette junge Mann, der meinte, Dithmarschen sei schön, solange ich hier wohne, hat irgendetwas wie Herzklopfen ausgelöst bei mir. Das ist schade. Irgendwann mal hab ich mich doch gerne verliebt -und jetzt scheint es so, als könne ich das gar nicht mehr, mich verlieben.

0 Kommentare

Fr

18

Nov

2011

Sammelsurium

Die Mücken trotzen den Temperaturen. Ich habe mehrere Stiche.

 

In der neuen Wohnung gibts Probleme und viel Dreck.

 

Mein Handy ist kaputt.

 

Die Prüfung steht an. Ich fühle mich trotz Wissen planlos.

 

Ich bin ein emotionaler Mensch.

 

Es ist schon verdächtig lange verdächtig trocken. Um was wetten wir, dass es an meinem Umzug regnet oder schneit?

 

Manches ist spannend, anderes nicht.

 

Es gibt bald wieder eine Eisbahn.

 

Was wird unser nächstes Stück?

 

Ich habe Hunger.

 

Alleine wohnen ist doof.

Liebe ist auch doof.

Und Weihnachten auch.

 

Ich habe in diesem Text zweimal nicht ganz die Wahrheit gesagt.

 

Ach ja, und ich bin jetzt zwangsevangelisiert.

0 Kommentare

So

13

Nov

2011

Winter

Es ist kalt.

Kalt.

Kalt.

Und nachts ist keiner da, der mich wärmt.

Tags auch nicht.

 

Mein Fenster ist zugefroren.

 

Der Himmel ist so blau.

Dunst liegt über dem Land, man kann nicht weit gucken, obwohl alles ganz platt ist.

 

Die Leute lachen und freuen sich auf Weihnachten.

Ich lache nicht.

 

Mir ist kalt.

Kalt.

Kalt.

0 Kommentare

Di

01

Nov

2011

Das Fenster zum Flur

... ja, tatsächlich zum Flur und nicht zum Hof, auch wenn das bekannter ist. Inge Meysel statt Alfred Hitchcock.

Per Theater zurück in die 50er/60er.

Jetzt habe ich eine amerikanische große Schwester, eine furchtbar anstrengende Mutti und einen polnischen Verlobten, der Trompete spielt. Zumindest noch bis zum 12. November. Dann ist alles vorbei. Keine Proben mehr, kein zweites Zuhause auf der Bühne, keine Aufregung, kein Rampenlicht, keine Ersatzfamilie. Ich fürchte es jetzt schon, das "Nachtheaterloch".

Aber noch ist ja alles gut. Diese Woche ein Marathon aus viermal spielen und dazwischen funktionieren, auch noch arbeiten gehen, Dinge erledigen, die neue Wohnung streichen, irgendwann lernen für die Zwischenprüfung, die leider schon in drei Wochen ansteht. Mit dem Hefter sitze ich hinter der Bühne und studiere in meinen Spielpausen rational-emotive Therapie nach Ellis. Donnerstag ist Supervision, Freitag Deeskalationskurs. Mein Kopf schwirrt. Und das ist gut so. Bloß nicht zur Ruhe kommen, bloß nicht durchatmen, nicht schon wieder rumheulen. Lieber Umzugskisten packen, Dinge aussortieren, andere Dinge einkaufen. Leben eben und abends dann durchs Fenster zum Flur schauen, für einen Moment mein eigenes Leben eintauschen, jemand anderes sein, andere Sorgen haben. "Tut gut" um meine "Inge" zu zitieren....

1 Kommentare

Di

18

Okt

2011

wechselhaft

Heute hatte ich mal wieder ein Wetter-Erlebnis der besonderen Art. Nach einem wechselhaft regnerischen Tag war ich gerade im trockenen Ausnahmezustand auf meinem Heimweg. Da bauten sich fette, graue Wolkenwände auf, es donnerte wie wild im Hintergrund, man konnte richtig sehen, wie die Wolken heranrollten. Ich sah zu, dass ich einen Schritt schneller ging. Plötzlich war da so ein komisches Geräusch... es kam immer näher... ich drehte mich um, registrierte, was geschah und spurtete schnell in einen Hauseingang. Hagelkörner prasselten herunter, mit einer Wucht wie eine Schrotflintenladung. Nichtmal ne Minute dauerte der Spuk, dann war es vorbei. Die Straße war weiß, ich vermutlich auch, friedliche Regentropfen tröpfelten herab und am Himmel stand ein unglaublich fetter Regenbogen. Ich konnte mich nur minimal nass auf den Heimweg machen.

Ich habe noch nie so viel Regen gesehen, wie in Dithmarschen -aber auch noch nie so viele Regenbögen!

0 Kommentare

Fr

14

Okt

2011

Täuschung

Ich bin aufgewacht.

 

Ich will ausziehen.

Weg.

Nur weg.

 

Ich habe Angst vorm Alleinsein, vor Einsamkeit, ja.

Aber ich will mich nicht mehr verletzen lassen.

 

Schluß.

Aus.

Diese Täuschung ist zuende.

0 Kommentare

Mi

28

Sep

2011

Golden

Der Spätsommer in Unterfranken -man kann ja wohl nicht Herbst dazu sagen- ist golden. Die Sonnenstrahlen haben eine ungeahnte Kraft. Da ist noch Energie. Hitze hängt über den Hügeln, angenehme Hitze. Man schwitzt, aber man trocknet wieder. Abends strahlen die Häuser die Wärme ab. Man kann noch auf ein Weinchen draußen sitzen während am dunkelblauen Himmel die Sterne mit den Flugzeugen und abstürzenden Sateliten um die Wette blinken. Hier ist alles gut, gewohnte Gesichter sagen gewohnte Dinge. Die Straße lärmt und doch ist es still, wenn man die Fenster schließt. Ich kann gehen wohin ich will. Ich kann schlafen. Ich träume nicht. Ich vertrödele die Tage, treffe Leute, kaufe ein, atme durch.

 

Schön. Ankommen war so schön. Hier sein ist gut.

 

Aber jetzt schleichen erste leise Gedanken in meinen Hinterkopf, fiese Ängste, Zweifel.

Was soll ich bloß machen, wenn ich wieder zurück bin, in dieser unendlichen Weite, die mich einengt? Keine schützenden Hügel, überall nur Horizont. Keine altbekannten Menschen, niemand mehr, der mich hält. Kein zuhause, Heimat weit entfernt. Wie soll ich das aushalten, geteilter Raum bei entzweitem Leben?

Ich will das nicht.

 

Und dann die Frage:

Was soll das denn?

Ich kann nicht davon laufen. Es wird mir auch da oben im Norden gelingen, weiterzuleben. Ich habe mich entschieden. Ich habe eine Arbeit gefunden, werde auch eine neue Bleibe finden, habe liebe Kollegen und Bekannte. Es wird weiter gehen.

 

Und letztlich weiß ich: Hierher kann ich immer wieder zurückkehren. Dafür ist es Heimat.

0 Kommentare

Di

13

Sep

2011

Grönemeyer

...kam mir in den Sinn als ich die guten Nachrichten bekam und heute, da ich meinen schönen neuen Arbeitsvertrag unterzeichnet habe kann ich glücklich singen: "Ich geh hier nicht weg, hab meine Frist verlängert...". Es ist zwar nur eine halbe Stelle, aber die ist extra für mich gebastelt worden -und das ist doch auch irgendwie eine Ehre.

Parallel dazu beschäftige ich mich mit dem Gedanken evangelisch zu werden. Aus tiefster Überzeugung. *lach* Kleiner Scherz. Aber die Diakonie ist hier der größte Arbeitgeber... und ne halbe Stelle hätte ich ja dann noch übrig... und irgendwie wünsch ich mir ein Auto. Und dafür brauche ich Geld. Und ein neues Laptop brauch ich auch. Und was zum Anziehen. Undundund... Plötzlich hab ich ganz viele Wünsche *seufz* Wo die nur immer herkommen... Aber alles nicht so wichtig... nur Liebe, Liebe wäre schön...

0 Kommentare

Sa

27

Aug

2011

Demo

"Wir sind hier und wir sind laut weil Daniel Bahr uns Kohle klaut!" Ich hatte den Slogan schnell drauf, auch weil ich ihn leicht abgeändert aus meiner Studentenprotestzeit kannte. Damals hieß es noch "Wir sind hier und wir sind laut weil man uns die Bildung klaut!" Tja, der Jugend geht es noch um Bildung, später gehts dann "nur noch" um Kohle. Und um Zitronen, die mehr als sauer sind. Mit solch einer sauren Zitrone auf einem Plakat und dem Spruch dazu "Die Zitrone ist ausgequetscht!" demonstrierte ich mit hunderten anderen im Krankenhaussystem beschäftigten durch Kiel. Ich war sehr stolz, Teil eines Großen Ganzen zu sein und auch stolz auf meinen Chefarzt, der mitdemonstrierte und auf die Menge an WKKlern, die da waren. Schätzungsweise habe ich einen guten Arbeitgeber. Er unterstützte unseren Protest völlig, sogar der alleroberste Klinikumchef war da. Wir bekamen alle Lunchpakete und Liedtexte und moralische Unterstützung. Am Morgen noch war meine Oberärztin mit erhobener Faust an unserer Protestabgesandtengruppe vorbeigerollert und hatte "Revolution!" gerufen. Ja, so sind die hier im Norden. Revolution!

Aber mal ehrlich... Es war der heißeste Tag des Jahres, selbst im Norden konnte man mal Sonnenbrand kriegen und was machen wir? Schleppen Plakate und Zitronen durch Kiel... Die Politiker müssen sich weggelacht haben... somal sie bei der abschließenden Kundgebung am Landeshaus ohnehin nicht recht zuhörten, sondern sich lieber unterhielten. Politiker interessieren sich nicht wirklich für Menschen, glaub ich.

Immerhin hab ich keinen Sonnenbrand gekriegt und am Ende eine Trillerpfeife und eine Zitrone mit nachhause genommen. In der Zitrone steckt ein Fähnchen, darauf steht "Wenn Sie diese Zitrone ausgequetscht haben wissen Sie wie sich Krankenhausbeschäftigte in Schleswig Holstein fühlen".

Ich habe Glück, ich kriege zwar kaum Geld, aber an meinem Arbeitsplatz fühle ich mich wirklich gut. Vielleicht, weil ich da nicht die einzige Verrückte bin...

0 Kommentare

Mi

24

Aug

2011

Null

Das Leben ist nicht fair.

Als es mir gut ging und all die schönen Dinge passierten verwehrte das Blog seinen Dienst. Einträge waren nicht möglich.

Jetzt geht es mir... nicht so gut, aber ich verspüre auch keine große Lust von meinem Ungemach zu erzählen. Vielleicht nur so viel: Ich bin traurig, ich schäme mich und fühle mich wenig liebenswert.

Ich hoffe, es gibt bald wieder schöne Dinge, die ich euch berichten kann...

2 Kommentare

Di

19

Jul

2011

Harry Potter

Mal wieder typisch. Nicole und ich haben uns bei den ganzen Sterbe- und Wiederauferstehungsszenen des letzten Harry Potter Teiles die Augen ausgeheult. Olaf sass währenddessen da und futterte lautstark und seelenruhig Popkorn in sich rein. Männer und Frauen sind so verschieden!

Vermutlich hat ein Mann auch diese völlig unpraktische 3D-Technik erfunden. Eine Frau hätte zumindest darauf geachtet, dass die Brillen für Harry Potter Filme rund sind und nicht eckig.

Uns allen ist jedoch gemein: Das Phänomen Harry Potter ist nun vorbei, ob wir aufatmen oder verzweifelt seufzen.

1 Kommentare

Sa

09

Jul

2011

schlauer

Nachdem ich diese Woche einen Intelligenztestung beiwohnen durfte bin ich um einiges schlauer. Ich weiß jetzt, dass Kleopatra eine griechische Göttin ist, auf der Erde 80 Millionen Menschen leben, die Entfernung von Erde zu Mond ein Lichtjahr beträgt und Demokratie Sozialismus ist. Außerdem war mir bislang nicht klar, dass es sich bei Marie Curie um eine Fürstin handelt und eine Kolonie irgendetwas mit der Bundeswehr zu tun hat.

Ich wäre bei diesem Test glatt durchgefallen.

1 Kommentare

Fr

01

Jul

2011

Schicksale

Patient A hat sich nicht umgebracht. Wir haben aufgeatmet.

Patientin B hat sich für ihr Kind entschieden, trotz Schizophrenie.

Patientin C ist so demonstrativ depressiv, dass ich sie schütteln könnte.

Die Patienten D und E sind leider nicht sehr intelligent.

Patient Fs Aufenthalt lief mit Quartalsende aus. Wir haben ihn entlassen in die traurige Realität eines Asylbewerbers in Deutschland.

Patientin G ist aus dem Krankenhaus verschwunden. Nach ihr wird gefahndet, mit Bild in der Zeitung. Dort kann man lesen: Sie ist unterwegs, ihre lebenserhaltenden Medikamente hat sie wohl nicht dabei.

Patient H lacht und weint, sein Zustand wechselt von einer auf die andere Sekunde. Er findet sich nicht mehr allein zurecht in dieser Welt.

Patient I hat mich angelogen. Oder seine Bezugsschwester. Oder uns beide. Oder vielleicht war das gar keine bewusste Lüge?

Patientin J geht es wieder gut.

 

Und das alles in einer Woche.

 

Und dann noch viel mehr.

 

Das Leben rast an mir vorbei, umspült mich wie das Meer die Steine. Ich werde mich nicht aufreiben lassen. Ich hatte noch nie viel übrig für Sand.

0 Kommentare

Di

21

Jun

2011

all-eins-sein

Ich weiß noch, wie wir einmal an Sylvester Engel auslosten. Der Junge, der in mich verliebt war bekam den "Engel des Alleinseins" -und war damit nicht so wirklich glücklich. Im Text zu diesem Engel stand dann, dass allein sein nicht bedeutet einsam zu sein, sondern mit sich selbst (und dem Universum?) all-eins zu sein.

Ich kann das nicht, zumindest nicht immer.

Manchmal ist es ja ganz schön, meine Ruhe zu haben aber manchmal -so wie heute- fällt mir auch die Decke auf den Kopf. Klar, ich könnte 1000 Dinge tun, aber das ist alles nicht das gleiche, wie jemanden zu haben, der einfach nur da ist. Manchmal scheint mir alles im Leben schöner, wenn ich es mit Menschen zusammen tue, die ich mag und die mich mögen, so wie ich bin. Warum ist das bloß so?

Dass nicht nur mich das Thema beschäftigt zeigt der Bedarf meiner Gesprächsgruppe, übers Alleinsein zu reden. Ich bin gespannt. Vielleicht kann ich ja noch etwas lernen.

0 Kommentare

Fr

17

Jun

2011

happy endings

Ich habe gerade die letzte Folge "Marienhof" geguckt und dabei Rotz und Wasser geheult obwohl es ausschließlich happy ends gab. Marienhof hab ich irgendwann zwischen 12 und 18 regelmäßig geschaut und ...mein Gott, ist das lange her! Bin ich alt! Was ist in meinem Leben alles passiert seit damals... und wenn ich dann das Leben um mich herum, die Geschichten meiner Freunde und Familie mit dazu nehme... damit könnte ich glatt selbst eine soap ausstaffieren! Heute hätte diese soap dann bloß leider kein happy end gehabt. Nein, gar kein happy end. *seufz*

So ist das Leben.

0 Kommentare

Di

14

Jun

2011

Salat!

Ich habe nicht gewusst, wie gerne ich Rohkost esse! Aber jetzt weiß ich es und ich vermisse es sooooooooo sehr! Knackige Paprika, leckere Gurken und Salat mit Tomaten und frischen Champignons... hm!

Dieser blöde ehec-Mist!

Aber wenn man mitkriegt, dass es alles REAL ist, dass Leute im Krankenhaus liegen und an der Dialyse enden... puh... da bekomm ich es eben schon mit der Angst zu tun.

Am Wochenende auf dem Mittelalterlich Spektakulum verzichtete ich sogar auf den leckeren Hanfdöner und bei Mariekes Hochzeit pulte ich die Tomaten aus dem Bulgur-Salat.

Und sagt jetzt nicht, dass man wieder alles essen kann! Dass nur die Sprossen Schuld sind glaubt doch kein Mensch! Nicht mehr lange und ich werde anfangen, Gurken zu desinfizieren...

Oder vielleicht sollte ich mich bei einem Kollegen in Behandlung begeben. Klarer Fall von Ehec-Phobie...

2 Kommentare

Mi

08

Jun

2011

Kuss

Ich weiß noch, wie sich Lucas als dreijähriger Knirps vorstellte. "Ich kann küssen!" sagte er selbstbewusst. Getan hat er es aber bisher nie. Was ich ihm nicht übel nehme. Ich kann das verstehen. Ich kann schließlich auch küssen und tus nicht bei jedem.

 

Heute habe ich einen Kuss von Lucas bekommen, zum Abschied, einfach so. Ich war überrascht -und irgendwie ganz schön glücklich.

0 Kommentare

So

29

Mai

2011

Theaternacht

Wir spielen Loriot. Collien spielt die Gattin, dann ist sie nicht da und ich soll die Gattin spielen, ich bin aber dann leider auch nicht da, weil krank, also spielt Geelke die Gattin. Sie hat die Gattin ohnehin schon mal gespielt. Uli spielt die Dame mit Riesenschnauzer. Dann ist Uli krank und ich bin nurnoch halb krank und plötzlich spiele ich die Dame mit Riesenschnauzer, ohne Proben. aber Proben ist eh überbewertet. Ein Durchlauf vor den Aufführungen reicht. Dauert ja eh nur drei Minuten... und jetzt mein Einsatz "Ich habe einen Riesenschnautzer..."

 

Ja, war schön. Bis bald mal wieder. Ich mag Theater.

 

1 Kommentare

Mi

25

Mai

2011

Dithmarschen

Die alten Leute hier sind schon einmalig. Fragt man sie nach dem Bundesland, verkünden sie aus voller Brust: "Dithmarschen!".

Ich bitte euch - Dithmarschen! Im Rest Deutschlands weiß man noch nicht mal wo das ist... (Ok, vielleicht wissen einige auch nicht, wo Unterfranken ist, aber das ist dann eindeutig ein Zeichen von mangelnder Allgemeinbildung...) Dithmarschen, das ist die Region in der es hauptsächlich Kohl- und sonst nur Stur-Köpfe gibt, in der es immer kalt und windig ist, auch wenn die dithmarscher Enthusiasten von Sommer sprechen. Dithmarschen, dass ist da, wo man die Bürgersteige pünktlich zum Abendessen hochklappt, Kultur gelegentlich falsch versteht (obwohl, es gibt ja auch Trinkkultur...) und auch sonst manchmal nicht von dieser Welt ist. Dithmarschen ist eben ganz eigen und erinnert mich so denn doch an meine Heimat, auch wenn ich nicht sicher bin, ob die Alt-Erlenbacher bei der Frage nach dem Bundesland "Bayern", "Franken", "Unterfranken" oder schlicht und ergreifend "Erlenbach" sagen würden.

 

0 Kommentare

Mi

18

Mai

2011

Men's Health

Mein Mann ist schön. Ich mag seinen Bauch. Der ist so schön weich. Doch damit ist nun leider Schluss. Jetzt isst er eiweißreich. Im Bad stoße ich mir die Füße an Hanteln. Morgens will er immer joggen gehen. Und Kohlehydrate sind böse.

Was mache ich bloß?

Es ist alles meine Schuld. Ich habe ihm eine Männerzeitschrift mitgebracht. In der Hoffnung er läse all diese Artikel a la "Wie verwöhne ich meine Frau?" oder "Der perfekte Gentleman". Nicht, dass er es nötig hätte. Aber schaden kann das ja nie, nicht wahr? Ich habe bei der Lektüre schließlich auch noch was gelernt...

Aber tja, herausgekommen ist leider etwas anderes und nun schüttele ich den Kopf über Hüttenkäse und Sojamilch und hoffe, dass mein Liebster sich bald darauf besinnt, dass Schokolade richtig lecker ist.

 

 

So richtig richtig lecker.

Und es gibt ja auch Pizza. Und Pasta. Und Eis und Torte und und und...

 

 

 

Nachtrag:

Na klar, ich bin eine tolle Freundin. Wenn er diesen Muskelkram machen will unterstütze ich ihn. Vielleicht färbt ja etwas auf mich faule Genussnudel ab.

*Höhö* Stellt euch das mal vor: Linnea mit Waschbrettbauch und Mucki-Armen...

 

1 Kommentare

Di

10

Mai

2011

Wochenend und Sonnenschein...

...und dann mit Mirco in Dänemark sein!

So lässt es sich aushalten!

Am Strand die Sonne genießen, die Füße im Meer, das Haar zerzaust vom Wind... Durch die Heide spazieren, die Schönheit der Natur bewundern, Dünen, die noch trockene Heide, die Nadelwälder... abends Pölser grillen und gefüllte Champignons, Knoblauchbrot und dann keinen Nachtisch mehr, da man schon zu satt ist von all dem leckeren dänischen Essen, Lakritz und Gummibärchen, süße Boller und Brötchen mit herrlich salziger Butter... Übernachten im neuen Auto... im Supermarkt lachen über "krumme Agurker" (ratet mal, was das wohl ist!) und andere lustige Dinge... durch unser Lieblingsstädtchen Ribe spazieren, die Athmosphäre genießen... Kunst kaufen, für meine Sammlung kleiner Kunstwerke... den Cider-Vorrat auffrischen mit Hilfe freundlicher Dänen... und nachhause kommen mit dem Gefühl, im Urlaub gewesen zu sein.

Manchmal hat es doch Vorteile, am anderen Ende Deutschlands zu wohnen. Bloß Italien ist leider weiter weg.

 

(-:

 

Ist es bei euch auch schon Sommer?

2 Kommentare

Mo

25

Apr

2011

Ostern

Feiertage erinnern mich immer an Kindheit. Und daran, dass sie leider schon lange vorbei ist. Selbst die Bemühungen, ein schönes Osterfest für Lucas zu gestalten können nicht mithalten mit dem "selbst Kind sein". Ostereier suchen und finden ist eben besser als Ostereier verstecken. Und wenn man beim Backen und Eierfärben hinterher die Küche aufräumen muss geht doch viel Spaß verloren. Noch dazu bekomme ich an Feiertagen immer unerklärliches Heimweh. *seufz* Auch dem im Superlativ strahlenden Sonnenschein kann ich nicht viel abgewinnen, hat sich doch mein Heuschnupfen eindrucksvoll zurück gemeldet. Daher sitze ich nun wenig gut gestimmt drinnen herum und warte darauf, dass ich endlich wieder arbeiten gehen kann. Die Arbeit füllt die Tage und macht sie bunt. Aber zuerst muss noch dieser große, leere, frustrierende Ostermontag vergehen. Mirco hats gut. Er kann heute schon arbeiten.

0 Kommentare

Sa

09

Apr

2011

Sonne

Draußen wird es Frühling. Ich suche Mittäter zum Grillen. Auch meine Laune hebt sich auf Sonnenscheinniveau. Am Donnerstag hatte ich meine erste Theaterprobe -und das tat so gut! Nur das mit dem Abnehmen... das klappt nicht so. Dann werde ich mich eben durch den Frühling rollen...

 

 

Danke auch für alle Geburtstagsglückwünsche und Geschenke!

0 Kommentare

Do

31

Mär

2011

Tschüssi

Letzte Verbindungen gekappt. Konto aufgelöst, aus dem Turnverein ausgetreten. Ganz einfach, per Telefon. Pellworm ist da unbürokratisch.

Glücklicherweise gibt es trotz allem Verbindungen zur Insel, die halten werden. Am Wochenende feiere ich Geburtstag (wenn ich bis dahin wieder fit bin) und bekomme Besuch vom Inselchen. Im Feiern sind die Pellwormer ja ohnehin unschlagbar. Daher freue ich mich auch auf Simones 30. Geburtstag, den sie zwei Wochen drauf auf der Insel feiern wird... spätestens dann gibt es ein Wiedersehen mit allen wichtigen Beteiligten.

Das Leben ist schön... und nun, husch, fort grippaler Infekt und entzündete Ohren, so dass ich es auch wieder genießen kann.

0 Kommentare

Mo

21

Mär

2011

Ferrari

Einer meiner Klienten lernte bei mir Phantasiereisen kennen. Er war so begeistert, dass er mich mit nachhause nehmen wollte -für ständigen Nachschub. Das war mir nicht so recht, also suchte er bei youtube nach Vergleichbarem. Er wurde wohl auch fündig, aber die Erkenntnis traf ihn hart: "Wenn man einmal Ferrari hatte ist es schwer, sich mit einem Minicooper zufrieden zu geben..."

0 Kommentare

Di

15

Mär

2011

Aushängeschild

Juhu! Ich habe sie, meine erste eigene Identkarte. Zwar mit einem furchtbar gelbstichigen Bild darauf, das dadurch nicht schöner wird, dass ich darauf zu sehen bin, aber immerhin eine offizielle Identkarte. Jetzt könnte ich verbilligtes Essen in der Kantine kriegen. Will ich aber nicht, weil es nicht schmeckt. Weiterer zweifelhafter Vorteil: Ich werde nichtmehr für eine Patientin gehalten und auch nicht für eine Praktikantin. Muss ich mich nun benehmen? Vermutlich nicht. Irgendwer hat ein Schild für das Stationszimmer besorgt. Darauf steht: Man muss nicht verrückt sein um hier zu arbeiten. Aber es hilft ungemein.

0 Kommentare

So

06

Mär

2011

Zukunftsträume

Ich bin wieder zurück im Norden. Noch atme ich schwer unter dem Eindruck all dieser Lebenspläne, die freudige, skeptische, nüchterne, begeisterte Menschen in irgendeiner Form vor mir ausgebreitet haben. Meine Freunde und Bekannte planen ihr Leben, gehen ihre Schritte, heiraten, kriegen Kinder, wollen Häuser bauen, sich niederlassen, sorgen sich um Praxen, Krippenplätze, Jobs, eine WG in Berlin...

Das ist schön.

Ich wünsche ihnen Glück, Erfolg, dass es wirklich der Richtige ist, zu dem ja gesagt wird.

Ich freue mich.

Und dann.

Dann ist es da ganz leer. Dann sitze ich hier, ohne jeglichen Kinderwunsch, ohne einen Ort wo ich mich niederlassen könnte, ohne Karriere, ohne weißes Kleid. Nur ich, keine Pläne, keine Träume, nichtmal eine Idee, die des Aufschreibens würdig wäre.

 

Wenn ich in den Spiegel sehe sehe ich ein Mädchen, wenn ich meine Seele betrachte fühle ich mich wie eine alte Frau, die mit allem schon durch ist, alles erlebt hat.

 

Nein, es kann nicht alles gewesen sein... aber was noch kommen soll, das fällt mir beim besten Willen nicht ein. Ich kann mir mich nicht vorstellen als fünfzigjährige, grauhaarige Frau, die ihre Tage damit verbringt, Menschen zuzuhören, die mit sich selbst nicht klarkommen. Ich kann mich nicht abfinden mit dem Gedanken einmal einen Fernseher zu besitzen oder ein Reihenhaus. Ich will kein Haustier und kein Auto und auch keine Tischdecke, die verhindert dass das Holz der Tischplatte verkratzt. Aber ich will auch nicht rumtingeln, kein wildes Theaterleben, nicht mehr nachts wach sein, nicht schreiben (was auch?), nicht malen (außer vielleicht zum Spaß), nicht den Regenwald retten... ach,... vielleicht wäre dies ein guter Zeitpunkt um mit Beten anzufangen, aber leider bin ich durch dieses Kapitel auch schon durch. Mir muss wohl etwas anderes einfallen. Ich brauche neue Träume. Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich keine mehr habe, bis ich sah, dass alle anderen etwas haben wofür sie leben, was sie antreibt. Irgend so ein großes Ding, irgendwas das alles besser macht, oder zumindest anders, so etwas mysteriöses, grandioses, eine Aufgabe, eine Sehnsucht, ein Ziel. Ich habe so etwas nicht. Wo bekommt man so etwas her? Wo bekommt man Träume her? Oder soll das nun immer einfach so weitergehen?

0 Kommentare

So

27

Feb

2011

Alabama

Heimaturlaub!

Ich bin in sweet home Unterfranken!

Heute hatten wir Familienessen und alle meine Geschwister und Stiefgeschwister samt vorhandener Partner waren da. Sogar Oma kam aus ihrer Bude angerollt. Die Stimmung war gut, auch wenn ich nachmittags auf dem Sofa eingeschlafen bin. (Das Heuschnupfenmittel hatte mich umgehauen.) Die üblichen Neckereien wurden ausgetauscht und Carly und Philipp antworteten auf die Frage meiner Tante, ob sie denn jetzt bald mal heiraten würden, mit einem besonnenen "Das hat noch viel Zeit!". "Der will ja noch nicht mal ausziehen!" ergänzte Carly. Da wär Bruderherzchen auch schön dumm. Er hats schließlich nirgendwo bequemer als im Hotel Papa. "Männerhort" steht an der Tür und so ist es auch. Ein extra Kühlschrank für Bier, immer genug Fertigprodukte in der Tiefkühltruhe, ein Tischkicker im Wohnzimmer und eine Putzfee, die einmal in der Woche sauber macht. Was will Mann mehr?

Ich will lieber ein eigenes Zuhause. Ich habe Heimweh nach Mirco. Das ist der Nachteil von "Sweet Home" sein. Es ist seltsam, wenn die ganze Familie am Tisch sitz und doch fehlt für mich ein Teil. Trotzdem lasse ich mir nicht die Laune verderben. Für Trübsal blasen ist auch kaum Zeit. Schließlich habe ich jedemenge Termine. Morgen geht es munter weiter. Besuch bei Sabine, Oma und abends zu meinen Feuerwehrjungs. Das dicke Fränzchen hat uns alle für Dienstag zum Essen eingeladen. Außerdem hat Philipp Geburtstag und ich bekomme Besuch... undsoweiterundsoweiter. Ich habe bis jetzt erst ein einziges Mal ausgeschlafen in diesem Urlaub. Und das ist auch gut so. Ich sauge mir einen dicken Klumpen Heimat ein, um ihn dann wie einen kostbaren Schatz mit in den Norden zu transportieren und dort davon zu zehren.

So, und jetzt versuch ich kein Heimweh mehr nach Mirco zu haben und statt dessen zu schlafen. Muss ja auch mal sein.

Gute Nacht!

0 Kommentare

Di

15

Feb

2011

Märchenstunde

Ich hätte ja so viel zu erzählen gehabt in den letzten Tagen, Wochen... aber ich war immer so müde... Müde, müde, müde...

 

Sonst hätte ich euch sicher erzählt von meinen unbeholfenen Bemühungen, mir ein Kleid für die Sommerhochzeit von Marieke und Michi zu schneidern.

Ich hätte euch bestimmt berichtet von meinen diversen tragischen, komischen, nachdenklich stimmenden, begeisternden, entmutigenden, verrückten Begegnungen mit Patienten und Oberärzten (Ja, Alptraum kann man auch mit p schreiben!).

Ich hätte euch von Lucas, dem Frauenversteher erzählt, der Mirco davon überzeugen wollte, Linnea etwas vom Einkaufen mitzubringen. Zielstrebig sei er auf die Always-Binden zugegangen und habe verkündet "Das braucht Linnea doch bestimmt!" berichtete mir Mirco hinterher lachend. Wie nett, dass ich als Mitbringsel dann doch Schokolade bekam.

Im gleichen Atemzug hätte ich dann meine imense Gewichtzunahme, verbunden mit dem Hang abends wahllos Dinge in mich hineinzustopfen, beichten können.

Ich hätte euch auch von meinem Arztbesuch vorjammern können, bei dem ich nur Medikamente verschrieben haben wollte und dann mit drei verschiedenen Überweisungen zu Fachärzten wieder aus der Praxis kam. Jetzt habe ich zwei Termine und einen dieser begehrten Fachmänner trotz tagelangem Telefonterror nicht an die Strippe gekriegt.

Ich hätte euch sicher schreiben können, wie sehr ich mich auf meinen Urlaub in der Heimat freue.

Und es ist noch so viel mehr passiert...

 

Doch leider, leider war ich viel zu müde. Und ich kann es nicht mal auf Frühjahrsmüdigkeit schieben, denn es ist ja tiefer Winter. Draußen liegt Schnee und man friert wie am Nordkap.

Hoffe, es ergeht euch besser!

Herzlich (und müde)

Linnea

0 Kommentare

Mi

02

Feb

2011

Gestern

"Heute wird ein lustiger Tag!" verkündete unsere Oberärztin und grinste ironisch.

Tatsächlich kam man sich vor wie im Irrenhaus...ähm, naja, vielleicht nicht weiter verwunderlich... 

Neben jedermenge Neuaufnahmen hatten wir es vor allem mit störrischen alten Männern zu tun. Der eine wollte uns partout nicht mehr verlassen und der andere versuchte andauernd auszubüxen. Als ich mich ihm mutig in den Weg warf, heldenhaft die Tür versperrend, da boxte er mich prompt. Der hinzueilende Pfleger kommentierte "Nana, man schlägt doch keine Mädchen!". Na, danke.

0 Kommentare

Do

27

Jan

2011

Familie

Ich bin sehr stolz auf meinen einzigartigen kleinen Bruder.

Er ist fast so verrückt wie ich. Und das will was heißen.

 

mehr lesen 2 Kommentare

Mi

19

Jan

2011

F03

"Und, haben die Schlaftabletten gewirkt?" - "Das weiß ich nicht. Ich habe ja geschlafen."

 

*

 

"Wie steht es mit Ihrem Gedächtnis?" - "Gut! Ich habe den Idiotentest bestanden! Von 100 Fragen habe ich 108 beantwortet!"

 

*

 

"Und dann musste ich eine Uhr malen. Mit allen Ziffern, 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8! Und dann die Zeiger. Aber die Dame hat gesagt, die gehören da nicht hin... naja, dann war das wohl falsch..."

 

*

 

"In meinem Alter kann ich die Tabletten ja behalten oder? Das ist ja nicht gefährlich?" - "Sie sollen die Tabletten behalten. Das ist nicht gefährlich. Es ist wichtig, dass Sie sie regelmäßig nehmen" - "Ja? Das letzte Mal habe ich sie nämlich abgesetzt..."

 

*

 

"Fahren Sie eigentlich noch Auto!" - "Ja, wie ein Weltmeister!"

 

Und übrigens, wenn sich demnächst eine aus dem TV bekannte Persönlichkeit abfällig über Psychiatrien in Schleswig-Holstein äußert, dann ist das vermutlich meine Schuld.

2 Kommentare

So

16

Jan

2011

Schlafkrankheit

Ich habe den ganzen Samstag verschlafen. Ich weiß auch nicht, woran das lag. Dass es soetwas überhaupt gibt... den ganzen Tag schlafen und die ganze Nacht auch und die Nacht davor auch... ok, die Nacht davor war ein bißchen gestört durch vorbeiziehende Haschwölkchen und Partylärm... aber ich habe geschlafen. Dann bin ich aufgestanden, habe Rührei gemacht, es gegessen, habe mich dann wieder hingelegt und den ganzen Tag durchgepennt. Und nein, ich hatte nicht soooo viel getrunken und ich war auch nicht krank. Nur müde. Müde, müde, müde.

1 Kommentare

So

09

Jan

2011

Danke!

Vielen Dank für all die Briefe, Päckchen, mails, Nachrichten,... die ich in der Weihnachtszeit und zum neuen Jahr erhalten habe!

Wie der ein oder die andere gemerkt hat komme ich mit dem Antworten nicht so recht hinterher. Mittlerweile habe ich das Stadium erreicht, dass ich nicht mehr so recht weiß, wem ich in der Tat geantwortet habe und wem ich nur gedanklich eine Antwort formuliert habe. Manchmal denke ich Briefe nämlich so stark, dass es sich anfühlt, als habe ich sie wirklich geschrieben. Problem.

Sollte meine geistige Verwirrung weiter zunehmen, werde ich mich selbst einweisen. (-;

0 Kommentare

Do

30

Dez

2010

Weihnachtswahnsinn

Wir backen Plätzchen. Mangels Welcherholz nutzen wir eine Bierdose. Damit Lucas gleich lernt, dass Bier auch nützlich sein kann.

 

*

 

"Was wünschst Du Dir zu Weihnachten?" fragt Lucas. "Den Weltfrieden" antworte ich politisch korrekt. "Oh, wow!" zeigt Lucas sich begeistert. Nach einer kurzen Denkpause fragt er nach. "Was kann der denn?"

Tja, was kann der denn?

"Dann gibt es nie mehr Krieg und keine Bomben!" versuche ich eine Erklärung. "Nein!" ruft Lucas "Aber Bomben braucht man doch!"

Das ist es also was zu viel Fernsehen aus unseren Kindern macht!

 

*

 

Am 23. Dezember fällt uns ein, dass wir Lichterketten für den Christbaum brauchen. Kein Problem. Schnell losgedüst, zwei LED-Lichterketten besorgt. Am 24. Dezember dann die Überraschung: Das LED-Licht ist ziemlich bläulich. Jetzt haben wir einen Alien-Baum. Naja. Öfter mal was neues. Mit dem Christbaumständer war hingegen alles beim alten. Zuerst wollte er den Baum nicht halten, dann versagte das akkustische Signal so dass schließlich eine riesengroße Pfütze das Wohnzimmer zierte.

 

*

 

Lucas ist ein armes Heidenkind. Er glaubt an den Weihnachtsmann. Das mit dem Christkind hat er einfach nicht begriffen. Er denkt, das sei ein Freund von mir.

 

*

 

An Weihnachten haben wir annähernd rund um die Uhr gegessen. Kartoffelsalat, Würstchen, Rouladen, Speckbohnen, Rosenkohl, Rotkraut, Semmelknödeln, Kartoffeln, eingemachte Pfirsiche, Plätzchen, Schokokrossies, Rührei, Brötchen, Brezeln, Wildraggout, Speckknödel, Kroketten, Tiramisu, Toasties, Pizzabrötchen...

Ich wiege jetzt fünf Kilo mehr. Bestimmt.

 

*

 

Am Montag nach Weihnachten haben wir in der Psychiatrie den Weihnachtsmann fixiert. (Ich bin fast sicher.) Ist ja auch kein Wunder, dass dem bei dem ganzen Stress ne Sicherung durchbrennt.

 

*

 

Und nun geht das Jahr zuende. Ein Jahr so vollgestopft, dass es für zwei oder drei Jahre reichen würde.

Ich schließe mich der Meinung meiner Klienten an: 2011 soll alles gut werden!

2 Kommentare

Fr

03

Dez

2010

ein neuer Stern

Wenn geliebte Menschen sterben geht am Himmel ein neuer Stern auf. Mein Himmel hat schon viel zu viele Sterne -und nun noch einen mehr.

Ich bin traurig, mich von Werner Bardischewski verabschieden zu müssen. Ein Mensch voller Ruhe, Stärke und Liebe für seine Mitmenschen ist gestorben. Er war ein guter Freund, ein fantastischer Zuhörer, voller Lebensweisheit und Kraft, die er gern an andere weitergab. Er hat vielen beigestanden, auch mir -sozusagen schon in zweiter Generation. Ich sage Danke, lächle und weine.

Und trotzdem ist das Leben schön. Ich denke, er würde das so sehen.

 

0 Kommentare

Mi

01

Dez

2010

Backdepression

Die Weihnachtsbäckereisaison hat begonnen!

Gestern ging ich einen Umweg durch Eis und Schnee um Butter für mein Buttergebäck zu ergattern. 500g Butter schnippelte ich zuhause in die Rührschüssel. Dazu vier Eigelb. Soweit, so gut. Dann der Schreck: meine Waage funktioniert nicht. Also alle Zutaten schätzen. Ging natürlich schief. Als das erste Blech im Ofen war stellte ich verwundert fest, dass die Plätzchen nicht die Form wahrten sondern sich breit machten. Verdammt! Meine Verflossenen klebte ich mit Aprikosenmarmelade auf einander und puderte sie mit Zucker, wobei sich die zarten Geschöpfe beinahe verkrümelten. Das waren unhaltbare Zustände! Ich knetete ordentlich Mehl in den Teig und lagerte ihn, gut in Folie gewickelt, bis heute im Kühlschrank. Lucas und ich wollten eigentlich Ausstecherle backen... eigentlich... denn der Teig hatte andere Pläne und wurde leider hart wie Stein. Aktuell liegt er auf dem Herd und wir hoffen, dass er mit uns warm wird ohne sich zu verlaufen...

Nun gut, soviel also zum Buttergebäck.

Projekt zwei begann verheißungsvoller. Was kann bei Kokosmakronen schon schief gehen? Oh, eine ganze Menge... Zuerst mal fehlte mir das Rührgerät -was bedeutete, den Eischnee per Schneebesen und Handbetrieb zu schlagen. Dann fehlte mir der Zimt -den ich spontan durch Piment ersetzte. Schließlich fehlte nichts mehr, dafür konnten sich die Oblaten nicht vom Backpapier trennen und klebten mitsamt den Kokoshäufchen fest. Die Hälfte musste ich wegwerfen. Wer isst schon Kokosmakronen mit Backpapier?

Tja, scheint so, als stünde meine Weihnachtsbäckerei unter keinem guten Stern. Die misslungenen Plätzchen habe ich an meine Kollegen verfüttert, die mich mit positiven Kommentaren vor der Backdepression bewahrten. Eine Kollegin hat mich erstaunlicherweise sogar nach dem Rezept gefragt. Nun, das wusste ich ja auch nicht. Nur eines war sicher: viel Butter!

 

0 Kommentare

Mi

24

Nov

2010

Kuckucksnest

Die Stationsleitung hat Lego und betreibt damit Wissenschaft. Zwei Psychotiker spielen Karten. Ich begreife ihre Regeln nicht. Der Computer meldet, dass ich Bomben schicken soll, möglichst lange. Die Psychologenkonferenz fällt aus. Das Fernsehen war da. Es ging aber nicht um Menschen sondern um Hunde und Schweine, die sich auf die Seite legen. "Bist Du auch irgendwie hier?" fragt mich ein Patient. Ja, ich bin auch irgendwie da. Aber wenn das nicht aufhört mit Waffeln, Dominosteinen, gefüllten Paprika, Schlagsahne und Co werde ich noch im Verlauf der Weihnachtszeit platzen.

1 Kommentare

Di

16

Nov

2010

Schnelldurchlauf

Nach atemlosen zweieinhalb Wochen melde ich mich aus einem im wahrsten Sinne des Wortes verrückten Alltag.

Es ist jammerschade für euch, dass es die Schweigepflicht gibt. Sonst könnte ich euch Geschichten erzählen... die Wahrheit liegt manchmal nahe am Realitätsverlust. Besonders wenn man in der Psychiatrie arbeitet. Da trifft man Karlson vom Dach leibhaftig und lernt einiges über Schleiereulen. Hunde sind die besten Therapeuten und Schokolade macht -wie immer- glücklich. Und dick. Genauso wie Kuchen, Würstchengulasch und Haribo. Und all das wächst da auf Bäumen, oder so ähnlich, weshalb ich diese Station vermutlich als Kugel verlassen werde.

Von der Arbeit mal abgesehen ist alles ein Wirbel. Vieles passiert. Ich spiele nicht Theater. Weil ich Schwedisch lerne. Aber dann tu ichs vielleicht doch, theaterspielen. Ich sollte so viel tun, bin aber oft zu müde und tu dann aber doch was bloß nicht alles und alles ist wirr.

So. Das wars. Für heute.

Demnächst mehr. Und strukturierter. Beinahe versprochen.

2 Kommentare

Mi

27

Okt

2010

Standortbestimmung

Wo bin ich?

Im Norden.

Komme ich von da?

Nein.

Gehöre ich da hin?

Hm. Wer weiß. Nein, eigentlich nicht. Nicht von Natur aus.

Was will ich dann da?

Meine Ausbildung beenden. Arbeiten.

Kann man das nicht auch im Süden?

Doch.

Warum bin ich dann hier?

Die Liebe...

Oh... keine weiteren Fragen.

0 Kommentare